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Geisseltiere - Flagellata (Mastigophora)

Der Stamm Flagellata lässt sich in folgende Ordnungen unterteilen: zu den Phytomastigophora gehören z.B. die Cryptomonadida, Dinoflagellida, Euglenida und Volvocida. Zu den Zooflagellaten zählen die Ordnungen Choanoflagellata, Hypermastigida, Diplomonadida, Trichomonadida und Kinetoplastida. Bei den zuletzt genannten handelt es sich überwiegend um parasitische Formen, die für den Menschen wichtige Krankheitserreger darstellen.
Das kennzeichnende Merkmal der Flagellaten sind die Geisseln (=Flagellen), die als Bewegungsorganellen dienen (Durchmesser 0,2-0,4µm). Man unterscheidet zwischen Fadengeissel (fadenartig, glatt), Peitschengeissel (mit Schaft) und Flimmergeissel (mit feinstem Haarbesatz). Sie befinden sich an Vorder- oder Hinterende der Zelle (Zug- oder Schleppgeissel) in Ein- oder Mehrzahl oder besetzen große Teile der Zelloberfläche (bei Hypermastigiden). Manche Arten besitzen neben einer Längsgeissel auch eine in einer Ringfurche verlaufende Quergeissel, mit der sie schraubenförmige Bewegungen ausführen können und sich damit in der Schwebe halten. Bei vielen parasitisch lebenden Formen entspringt die Geissel am Hinterende der Zelle und bleibt mit dieser nach vorne gerichtet über eine undulierende Membran mit der Zelle verbunden. Sie kann sich mit ihrer Ansatzstelle zur Zellmitte oder bis zum Vorderende der Zelle verlagern. Meist entspringen sie aus einer Vertiefung der Zelle, dem Geisselsäckchen. Der Geisselschaft ist von der Zellmembran überzogen, im Inneren finden wir 2 Mikrotubuli, umgeben von 9 Doppelmikrotubuli (9+2-Muster).

Gruppe der Flagellaten
Flagellaten
Phacus cf. longicauda
(Herzflagellat)

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  • Die Zellen des Herzflagellaten sind plattgedrückt und vollkommen starr. Am Hinterende besitzt er einen fast körperlangen Endstachel.
  • Der Herzflagellat besitzt zahlreiche Chloroplastenscheiben. Die Zellen sind in sich leicht verwunden, so dass der Organismus deshalb langsam rotierend schwimmt.
  • Weiterhin besitzt der Flagellat einen relativ großen, hellroten Augenfleck. Seine Größe beträgt durchschnittlich 85 bis115 µm.
  • Seinen Lebensraum findet der Herzflagellat meistens in stehenden und in langsam fließenden Gewässern. Auf Grund seiner vorhandenen Toleranz gegenüber organischen Belastungen wurde der Herzflagellat als Indikator für kritische Gewässerbelastung (Güteklasse II-III) eingestuft.
Euglena sp.
(Augentierchen)

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  • Bei der Gattung Euglena sp. kann man schon bei 100 facher Vergrößerung deutlich den orangeroten Augenfleck erkennen. Dieser Augenfleck gab dem Stamm der Augenflagellaten seinen Namen: griechisch. euglena - mit schönem Auge.
  • Videos: Bei den Organismen in den Videos handelt es sich vermutlich um Euglena viridis (Grünes Augentier). Dieser, ca. 60 µm lange, äußerst matabole (in der Form veränderliche) und sehr lebhafte Augenflagellat liebt eutrophe Gewässer oder polysaprobe Wasserzonen.
  • Das Grüne Augentier lebt, im Gegensatz zu vielen anderen Augenflagellaten vorwiegend pflanzlich. Er kann aber auch bei Lichtmangel zur tierischen Lebensweise übergehen und dann organische Substanzen zur Ernährung aufnehmen und verwerten.
Euglena cf acus
(Starres Augentier)

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  • Das Starre Augentiere hat eine lange spindelförmige Zelle mit einer farblosen Endspitze und einer kurzen Geißel.
  • Der Organismus ist schwach metabol bis starr, und seine Bewegungen sind sehr langsam. Seine Länge beträgt ca. 50 bis 180 µm.
  • Seinen Lebensraum findet das Starre Augentier in stehenden, nährstoffreichen Gewässern.
Euglena sanguinea
(Rotes Augentier)

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  • Die Zellen des Augentieres haben eine spindelförmig bis zylindrische Gestalt und sind sehr stark metabol. Seine Länge beträgt durchschnittlich 55 bis 170 µm.
  • Weiterhin besitzen die Flagellaten einen großen, roten Augenfleck. Die Rotfärbung dieses Organismusses wird durch Hämatochromkörnchen hervorgerufen.
  • Seinen Lebensraum findet das Starre Augentier in stehenden, nährstoffreichen Gewässern.
Peranematales

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  • Bei diesen Organismen handelt es sich um farblose Augenflagellaten, die sowohl einen starren als auch plastischen Körper besitzen.
  • Die Organismen dieser Ordnung besitzt als gemeinsames Kennzeichen zwei Geißeln, wobei eine stark verkümmert sein kann, so dass man sie unterm Mikroskop nicht erkennt.
  • Der Schlund sitzt meistens neben der Ampulle (siehe oben).
Peranema sp.
(Starrgeißel - Flagellat)

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  • Die Gattung Peranema gehört zu den Peranematales und besitzt nur eine erkennbare Geißel. Während der Fortbewegung ist diese starr nach vorne gerichtet, und nur die Spitze schlängelt hin und her.
  • Man findet diesen Flagellaten häufig in stehenden und strömungsberuhigten Gewässern.
  • Aufgrund seiner saprobiellen Einstufung wird Peranema der Güteklasse III (stark verschmutzt) zugeordnet.