Wunsiedler Marmorzug
Projektbeschreibung
Das bedeutenste Grundwasservorkommen in der nördlichen Oberpfalz stellt der Wunsiedler Marmor dar, der grob gesehen in N-S Richtung aus Oberfranken kommend in die Waldershofer Senke eintaucht. Seine Ausläufer unterqueren die europäische Hauptwasserscheide zwischen Elbe- und Donaueinzugsgebiet im Bereich der Ortschaften Pilgramsreuth und Schindellohe der Gemeinde Pullenreuth. Der Marmor ist meist von unterschiedlichen tertiären Schichten überdeckt, tritt aber auch an einigen Stellen an die Oberfläche( z.B. Steinbruch Dechantsees). Aus dem Aquifer werden zur Zeit die Städte Marktredwitz und Waldershof mit einer Jahresmenge von rund 2 Mio m3/a mit Trinkwasser versorgt. Weitere kleinere Wasserversorger sind ebenfalls an den Grundwasserleiter mit geringen Mengen angekoppelt. Aus dem Steinbruch Dechantsees werden zu Wasserhaltungszwecken jährlich bis zu 700000 m3 Wasser mit annähender Trinkwasserqualität in den Höllbach abgeleitet.
Zielsetzung
Ziel der Wasserwirtschaft ist es, die offensichtlich vorhandenen Wasserreserven für die öffentliche Wasserversorgung in der Region nutzbar zu machen. Das tatsächlich nutzbare Grundwasserdargebot kann erst nach Bilanzierung des Grundwasserregimes im gesamten Marmorzug unter Berücksichtigung der bereits genehmigten und geplanten Grundwasserentnahmen ermittelt werden.
Die Gewinnungsmöglichkeiten vor Ort zu bestimmen ,ist ein weiterer Teil der Aufgabenstellung.
Lösung
Erkundung der hydraulischen Zusammenhänge und Bilanzierung des Grundwasserdargebotes, sowie Ausweitung der bisherigen Untersuchungen im Bereich der Wassererschließung Marktredwitz Waldershof auf den südlichen Teil des Marmorzuges im Raum Dechantsees bis Neusorg.
Vorgehensweise
- Untersuchung der geologischen und hydraulischen Zusammenhänge im südlichen Teil der Waldershofer Senke, durch Niederbringen von Meßstellen. Durchführen von Wasserspiegel- und Fließrichtungsbestimmung, Leistungspumpversuche, Ganglinienvergleicht etc.
- Ermittlung aller örtlichen Basisabflüße im Bilanzraum, Einrichten von Abflußmessstellen
- Hydrochemische Kartierung zur Verfolgung der Grundwasserströme; Beprobung von Meßstellen, Gewässern, Quellen etc.
- Hydrochemische und hydroisotopische Analytik und Systemanalyse.
- Hydrogeologische Kartierung des Marmorzuges (unterirdische Grenzen, Deckschichten, Wegsamkeiten) mittels Geophysik und Geländekartierung
Durchführung
| Projektleitung: | Bayer. Landesamt für Umwelt, München H. Dipl.Ing. Veit Harbers |
| Örtl. Projektleit. und Analytik: |
Wasserwirtschaftsamt Weiden H. Techn.Oberamtsrat Manfred Meier |
| Grundwasserbilanz: | Geol. Büro Piewak und Partner Bayreuth H. Dr. Klaus Helmkampf |
| Projektkosten: | Finanzierung durch den Freistaat Bayern Kosten: rd. O,6 Mio DM |
Mit der Einrichtung der Basismeßstellen und einer Erstbeprobung wurde im Frühjahr 2001 begonnen. Seit Oktober 2001 laufen die Bohrarbeiten zur Einrichtung von 3 Grundwassermeßstellen im Bereich der Ortschaften Stöcken, Schindellohe und Lehmgruben. Bohrteufen von bis 120 m sind zu erwarten. Nach Abschluß der Datengrundlage im Jahre 2002 und einem Mindestbeobachtungszeitraum vom einem Abflußjahr kann die Grundwasserbilanz erstellt werden. Mit ersten Ergebnissen ist frühestens Mitte 2003 zu rechnen.
Bisherige Ergebnisse
Im Rahmen eines Schlussberichtes durch das Landesamt für Umwelt wurden die Ergebnisse der Erkundung zwischenzeitlich zusammengefasst. Die Grundwassererkundung kann als erfolgreich bezeichnet werden. Aufgrund der Karststruktur des Untergrundes wurden vier potentielle Erschließungsgebiete vorgeschlagen, die für eine Nutzung zu Trinkwasserzwecken als geeignet erscheinen. Beim regionalen Planungsverband wurde seitens des Wasserwirtschaftsamtes vorgeschlagen, wasserwirtschaftliche Vorranggebiete hierfür einzurichten, um so einen Schutz für die erkundeten Grundwasserentnahmestandorte zu gewährleisten. Weitere Schutzmaßnahmen in Zukunft sind durch die jeweiligen Nutzer der Vorkommen zu veranlassen.
Wünschen Sie weitere Informationen, so wenden Sie sich an das Wasserwirtschaftsamt Weiden.

