Wasserwirtschaftsamt
Weiden

Trinkwasserherkunft

Am besten naturrein - aus gutem Grund

Bayern ist in der glücklichen Lage sein Trinkwasser zu gut 92 Prozent aus aus natürlich geschütztem Grundwasser beziehen zu können. Dazu dienen etwa 4.500 Brunnen und 5.000 Quellen der öffentlichen Trinkwasserversorgung.

Ein bergumrahmter Talkessel in den Alpen; aus dem ebenen Wiesenboden ragt die Abdeckung eines Brunnenschachtes, der Fassungsbereich ist von einer Einzäunung geschützt + Grundwasser aus gut geschützten Brunnen liefert bestes Trinkwasser

Mit Brunnen erschließt man das Grundwasser ganz gezielt an möglichst geschützten Stellen. Sie werden meist im Bohrverfahren erstellt und technisch so gestaltet, dass keine Verschmutzungen eindringen können. Dabei sollen sie wiederum keine tiefen Grundwasserstockwerke anzapfen, deren Wasser nur sehr langsam erneuert wird und teils noch aus der Eiszeit stammt. In erster Linie werden daher Grundwasservorkommen genutzt, die sich rasch erneuern, also „jung“ sind. Diese liegen in Porengrundwasserleitern meist bis zu 20 Meter tief, bei Kluft- oder Karstgrundwasserleitern auch schon einmal 100 Meter tief.
698 Millionen Kubikmeter Trinkwasser wurden 2004 in Bayern mittels Brunnen entnommen.

Tortenstück-Darstellung der Trinkwasser-Anteile in Bayern: Vor alpiner Bergkulisse liegt eine kreisförmige Scheibe von 3,4 km Durchmesser und 100 m Höhe. Aus Grundwasser (Brunnen) werden 74 % erschlossen, aus Grundwasser (Quellen) kommen 18 %; aus Uferfiltrat werden 5 % gewonnen; 3 % stammen aus Oberflächenwasser. + Ca. 900 Mio. Kubikmeter Wasser flossen 2004 in Bayern durch die Leitungen der öffentlichen Trinkwasserversorgung. In der Natur wäre dies ein See von 3,4 km Durchmesser und 100 m Tiefe. Fast doppelt so viel wie der Königssee und siebenmal so viel wie der Brombachsee.
In der Tiefe eines mehrere Meter breiten Brunnenschachtes taucht eine große zylinderförmige Motorpumpe unter den Grundwasserspiegel; von ihrer Oberseite aus steigen drei Förderrohre nach oben. + Brunnenschacht mit Motorpumpe und Förderrohren

Quellen sind natürliche Austritte des Grundwassers. Ist dessen schützende Überdeckung in der Umgebung weit genug intakt, so lässt sich die natürliche Wasserqualität ähnlich gut sichern wie bei Brunnen. Durch geeignete Baumaßnahmen verschiedenster Art, wie Mauern oder Sickerstollen, wird das austretende Grundwasser zusammengefasst und abgeleitet.
162 Millionen Kubikmeter des bayerischen Trinkwassers flossen 2004 aus Quellen.

In einen gemauerten Stollen ergießt sich Grundwasser aus zahlreichen bodennahen Öffnungen und sammelt sich zu einem unterirdischen Bach + Werden Quellen schon tief im Berg gefasst, so sind sie gut geschützt

Nur rund 5 % des Trinkwassers werden in Bayern aus sog. Uferfiltrat oder direkt (3 %) aus oberirdischen Gewässern gewonnen. Bei der nötigen Aufbereitung kann die Natur zum Teil schon mithelfen.

Uferfiltrat ist meist eine Mischung aus dem Grundwasser-Begleitstrom eines Fließgewässers und aus dem Flusswasser, das in den umgebenden Grundwasserleiter übertritt (meist die kiesig-sandige Füllung des Flusstales) und nach einer filtrierenden Untergrundpassage aus relativ flussnahen Brunnen entnommen wird. Im Regelfall muss es erst noch weiter aufbereitet werden, um Trinkwasserqualität zu erreichen.
Etwa 48 Millionen Kubikmeter Uferfiltrat wurden 2004 auf diese Weise zu Trinkwasser für Bayern.

Wasser aus oberirdischen Gewässern wird verwendet, wenn die örtlichen Grundwasservorkommen nicht ausreichen. In manchen Fällen reichert man damit das Grundwasser künstlich an und gewinnt es dann ähnlich wie Uferfiltrat aus Brunnen. Meist aber wird es direkt entnommen und in mehreren Stufen aufwändig gereinigt und desinfiziert, um zur Abgabe ins Trinkwassernetz die gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen. Für die Fernwasserversorgung Oberfrankens wird die Talsperre Mauthaus genutzt, für den Bayerischen Wald ist es die Trinkwassertalsperre Frauenau. Die Stadt Lindau deckt ihren Trinkwasserbedarf aus dem Bodensee. Einen Teil ihres Trinkwassers gewinnt die Stadt Würzburg aus dem Main, die Stadt Hof aus zwei Bächen.
Nur 24 Millionen Kubikmeter des bayerischen Trinkwassers stammten 2004 aus oberirdischen Gewässern.

Luftbild der Trinkwassertalsperre Frauenau in einem Tal des unteren Bayerischen Waldes. + Talsperre Frauenau, Bayerischer Wald

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